Verrampte Züge

Der Nahverkehrsverbund in Schleswig-Holstein (NAH.SH) ist unmittelbar davor, 18 völlig neu konzipierte Züge von Stadtler bauen zu lassen, die nicht barrierefrei sind.

Schon heute ist allen Beteiligten klar, dass die Doppelstockzüge des Typs KISS  von Reisenden mit Mobilitätseinschränkung nicht ohne fremde Hilfe zu nutzen sein werden. 

Der Einstieg in den Zug ist nur über eine steile Rampe von 15% vorgesehen. Damit wird der Ein-und Ausstieg für Reisende mit Mobilitätseinschränkung – darunter Rollstuhlnutzende und Rollatornutzende – in den allermeisten Fällen nicht eigenständig vollzogen werden können.

Ist die erste Rampe genommen, gibt es eine zweite Rampe zu den Rollstuhlplätzen und dann noch eine dritte (!) Rampe zu den Toiletten. Alle mit einem Neigungswinkel von 15%.

Zum Vergleich: Rampen im öffentlichen Raum, gelten als sicher, wenn sie eine Neigung von 6% nicht übersteigen (mehr).

Eckpunkte des Bahnprojekts:

  • Bahnstrecke Fehmarn – Lübeck – Hamburg (76cm Bahnsteighöhe)
  • 18 Doppelstockfahrzeugen des Typs KISS sollen gebaut werden
  • Auftragswert rund 220 Millionen Euro
  • Betrieb ab Dezember 2022
  • Die Verträge sind unterzeichnet (hier mehr) und die Produktion der Züge steht unmittelbar bevor. 

Barrierefreie Bahn fordert von der Bahn und den Auftraggebern (in diesem Fall NAH.SH) vollumfängliche Barrierefreiheit. Allen voran:

  • Das Schaffen eines ebenerdigen, niveaugleichen Einstiegs (ohne Rampe, ohne Gefälle)

Es gibt verschiedene Lösungen, den stufenlosen und ebenerdigen Zugang zu ermöglichen. Das Schaffen einer einstöckigen Komponente für das barrierefreie Abteil wäre die beste Lösung. So wird es auch bei einem vergleichbarern Zug bereits erfolgreich umgesetzt: Dem RRX von Siemens

Übrigens: Alle Eingänge in dem Zug sind über jeweils drei Rampen zu begehen. Wir sagen: nicht barrierefrei, nicht nachhaltig und eben total verrampt. So nicht!

Bahn-Admin

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