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Kiel – London // DB diskriminiert grenzüberschreitend

 

Folgender Bericht erschien von „Kieler Barriereblick“ auf Facebook: 

 

DB AG und Rollifahrerin
Ärger pur mit Londontour!

Meine Kinder und ich, ich rollstuhlpflichtig, haben uns überlegt, in der zweiten Juliwoche die Hauptstadt des Vereinten Königreichs für einige Tage besuchen zu wollen. Vor dem Hintergrund einen kleinen Beitrag zum Klimaschutz leisten zu wollen, haben wir uns entschlossen, Bahn zu fahren. Gesagt, getan?

Anfang Juni, fünf Wochen vor der geplanten Reise, habe ich sodann das Reisezentrum der DB AG in Kiel aufgesucht, um für mich und meine Kinder entsprechende Fahrausweise zu erwerben sowie den Mobilitätsservice zeitgerecht anzumelden. Gerne hätte ich dies online getan. Doch wenn schon das Anmelden des Mobilitätsservices innerhalb Deutschlands digital eine umständliche und zeitraubende Prozedur ist, so ist es im internationalen Bahnverkehr schlicht nicht möglich. Sei es drum. Es ist wie es ist.

Freudig teilt mir sodann Bahnmitarbeiterin mit, dass wir – pro Person – mit einer Bahncard 50% für 158,30 Euro, also insgesamt für 474,90 Euro würden hin und zurück reisen können. Das als einen fairen Preis empfindend, bat ich sie darauf hin, drei Tickets für uns zu buchen sowie den erforderlichen Mobilitätsservice anzumelden. Frohen Mutes machte sich die Reiseverkehrskauffrau ans Werk (…)

2 Stunden und 38 Minuten später stand fest: Uns – weil ich Rollifahrerin bin – würde die Reise nicht 474,70 Euro, sondern mit 860,00 Euro nahezu das doppelte kosten.

Was war geschehen? Ganz einfach: Tagsüber war entweder kein Rolliplatz verfügbar oder dem Mobilitätsservice waren die Umsteigezeiten von 10 Minuten in Hannover zu kurz. Dies bedeutete unweigerlich, dass eine Reisunterbrechung anstand.

Nicht schlimm, dass sind Rollifahrer*innen durchaus gewohnt. Doch die Nachricht, dass ich aufgrund der Reiseunterbrechung – wohl gemerkt, wider Willen (!) – nicht mehr würde die Sparpreise in Anspruch nehmen können, die hat mich dann doch verärgert.

Doch ärgern – will man als Rollifahrer*in reisen – nützt nichts. Kurzum entschloss ich mich in den späten Abendstunden und nachts zu fahren, weil dort zumindest noch Rollipätze verfügbar und die Umsteigezeiten ein wenig komfortabler waren. Doch dann, kaum zu glauben, die ernüchternde Botschaft der Bahnmitarbeiterin, dass es in den Nachtstunden keinen Mobilitätsservice gibt. Genau! Nun war klar, warum die Rolliplätze noch verfügbar waren.

Übrigens: Meine Kinder alleine würden nach wie vor problemlos für jeweils 158,30 hin und zurück gekommen. Ich, wäre ich Fußgängerin, natürlich auch. Bin ich aber nicht. Leider! Doch was ich bin ist Steuerzahlerin, die gleichsam wie alle steuerzahlenden Fußgänger*innen, die privatwirtschaftlich organisierte, sich jedoch mehrheitlich im Staatseigentum befindliche DB AG mitfinanziert. Nur Reisen kann ich nicht wie die steuerzahlenden Fußgängerinnen und Fußgängern auf deren Gleisen …

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